Kinderhypnose

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Stell Dir kein grünes Schaf vor...


Kinder mit ihrer natürlichen Neugier, ihrer Offenheit für Neues, ihrem Sinn für Abenteuer, ihrem Wunsch zu gefallen und der ihnen eigenen Unmittelbarkeit zwischen Denken und Erleben eignen sich hervorragend für die Hypnose. Im Vergleich zu Erwachsenen gehen Kinder schneller (praktisch unmittelbar) in Trancezustände hinein und wieder aus der Trance heraus. Sie sind viel leichter involvierbar in Fantasiewelten, Spiele, Märchen und Geschichten. Für Kinder liegen Fantasie und Realität noch nahe beieinander.

Zahnärztliche Kinderhypnose ist hauptsächlich eine alters- und geschlechtsangemessene Begrifflichkeit und Bildersprache. Natürlich fällt es einem Kind viel leichter, in Trance zu gehen, wenn der Zahnarzt auf eine Weise mit ihm umgeht, die seinem altersgemäßen Schutzbedürfnis, seiner kindlichen Weltsicht, seinem Sprachverständnis und seinen Interessen entspricht.

Kinder leben sehr stark im Hier und Jetzt. Sie haben noch kein deutliches Empfinden für zeitliche Abläufe, daher sind sie schwer durch Versprechungen zu beeindrucken und auch weniger durch Vergangenes geprägt als Erwachsene.

Das Unbewusste des Kindes ist in besonderem Maße empfänglich für Bilder. Diese Bilder ermöglichen Dissoziation (Trennung von Körperwahrnehmung und Gefühlen) und können Heilungsprozesse fördern.

Zentral für die zahnärztliche Kinderhypnose ist die Umdefinition (Reframing) zahnmedizinisch relevanter Begriffe, Geräte und Vorgänge. Es wird nicht von der Spritze gesprochen, sondern zum Beispiel von dem „Schlafwasser“. Der Bohrer heißt „Glitzerputzer“, die Zange heißt „Zahnkraftmessgerät“ usw. Der Erfolg dieser Technik hängt teilweise davon ab, welche Einflüsse die Kinder außerhalb der Praxis (insbesondere zu Hause) bekommen. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn Eltern und Zahnarzt an einem Strang ziehen.

Man sollte sich nicht wundern, wenn das Kind während der Hypnose die Augen geöffnet hat und gelegentlich redet. Kinder können ohne Weiteres tiefe Trancezustände mit offenen Augen erleben und sogar sprechen, während sie in Trance gehen.

Grundsätzlich wird in der zahnärztlichen Hypnose immer mit chemischer Anästhesie gearbeitet. Kinder, die dringend behandlungsbedürftig, aber auch mit hypnotischen Methoden nicht erreichbar sind, müssen unter Sedierung oder Vollnarkose behandelt werden.